Zertifizierungsstelle gemäß § 4 Ingenieurgesetz 2017

Mit 1. Mai 2017 ist das neue Ingenieurgesetz (IngG 2017) in Kraft getreten. Mit den neuen Bestimmungen wurde die Vergabe der bisherigen Standesbezeichnung auf neue Beine gestellt. Das BFI Salzburg fungiert nun als Zertifizierungsstelle zur Vergabe der Qualifikationsbezeichnungen "Ingenieurin" und "Ingenieur".

Neu ist die Form der Feststellung der beruflichen Praxis in Form eines Fachgespräches mit Expert/innen. Dadurch wird aus dem Ingenieurtitel eine international vergleichbare, als Bildungsabschluss anerkannte, und aufgrund von Schule und Praxis erworbene, berufliche Qualifikation. Der Titel "Ingenieurin" bzw. "Ingenieur" wird qualitativ aufgewertet und Sie erhalten bessere internationale Karrierechancen!

Allgemeine Voraussetzungen

  • HTL-Matura oder der Abschluss eines technischen Studiums (mit vorangegangener Matura- oder Studienberechtigungsprüfung oder Zusatzprüfungen, sofern diese allgemeinbildende Gegenstände umfassen) oder ausländischer technischer Schulabschluss (wenn Inhalt und Niveau mit einer österreichischen HTL vergleichbar ist - siehe dazu https://www.asbb.at/ oder einer Nostrifikation und eventuellen Ergänzungsprüfungen an einer HTL, welche durch die Zertifizierungsstelle vorgeschrieben werden) und mindestens 3 Jahren aufbauende fachbezogene Praxis im Mindestausmaß von 3.120 Stunden oder
  • vergleichbare Qualifikationen (z.B. Werkmeister/in, Meister/in, Fachakademie oder andere auch ausländischen Abschlüsse gemäß Ingenieurgesetz-Fachrichtungsverordnung) und zusätzlich mindestens 6 Jahren aufbauende fachbezogener Praxis im Mindestausmaß von 6.240 Stunden.

Kontakt bei Fragen zur Ingenieur-Zertifizierung:

Mag. Petsch Thomas
Leiter der Ingenieurzertifizierungsstelle
E-Mail: TPetsch@bfi-sbg.at

Alle Informationen für Antragsteller/innen

Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Einreichung und Prüfung der Unterlagen, zum Fachgespräch und zur Zertifizierung als Ingenieur/in.

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Weiterführende Informationen für Fachexpert/innen

Erfahren Sie mehr, wie Sie Teil einer Zertifizierungskommission werden und als Fachexpert/in die Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen der angehenden Ingenieur/innen überprüfen.

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Info-Broschüre

Wie wird man Fachexpert/in

Antragsformular

Bewerbung als Fachexpert/in

Zertifizierungskommission

Richtlinie für Fachexpert/innen

BUNDESGESETZBLATT

Fachrichtungsverordnung

Vom Lehrling zum/zur Ingenieur/in

mind. 6 Jahre Praxis

Fachgespräch

Antrag und Tätigkeitsbeschreibung

Berufsreifeprüfung oder Lehre mit Matura abgeschlossen

Zusatzlehrgang "Unternehmerprüfung"

Werkmeisterschule

Lehrabschluss

Lehre mit Matura

Wie war's?

Ingenieurin Melanie Lercher und Zertifizierungsstellen-Leiter Mag. Thomas Petsch schildern ihre Erfahrungen aus dem neuen Qualifizierungsverfahren.

Wie sind Ihre Eindrücke zum neuen Verfahren der Ingenieurs-Qualifizierung?

Ing. Melanie Lercher: Die Antragsstellung fand ich das Schwierigste im ganzen Zertifizierungsverfahren. Als ich gelesen habe, wie viele Wörter ich über meine Arbeit in der Tätigkeitsbeschreibung schreiben sollte, war ich leicht verunsichert, ob ich auf die Mindestzahl der Wörter erreichen werde. Nachdem ich mir ein Projekt ausgesucht und angefangen habe, darüber zu schreiben, wurde mir aber schnell bewusst, dass ich die Vorgaben erfüllen werde.

 

Welche Erfahrungen zur Antragsstellung gibt es seitens der Zertifizierungsstelle?

Mag. Thomas Petsch: Viele Anruferinnen und Anrufer erkundigen sich, worauf sie bei der Tätigkeitsbeschreibung achten sollen. Hat man sich für ein Projekt aus der beruflichen Praxis entschieden, sollte der Augenmerk darauf liegen, zu verdeutlichen, welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen nach dem Abschluss erworben wurden. Auch Qualifikationen wie z.B. Selbstständigkeit oder Verantwortung im Berufsleben sollen beschrieben werden.

 

Wie haben Sie als Antragstellerin den Prozess erlebt?

Ing. Melanie Lercher: Der Kontakt mit Mag. Petsch war für mich sehr hilfreich. Er stand mir bei Fragen zur Antragstellung und bei der Tätigkeitsbeschreibung zur Seite. Der Termin für das Fachgespräch stand bereits einige Tage nach der Antragsstellung fest. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass alles so schnell gehen würde.

 

Wie sind Ihre Eindrücke zum abschließenden Fachgespräch?

Ing. Melanie Lercher:  Das Fachgespräch selbst war ein angenehmes Gespräch, welches auf meiner Tätigkeitsbeschreibung basierte. Anfangs war ich noch ein bisschen nervös, was sich aber mit der Zeit legte. Ich sprach über Aufgaben und meine Kenntnisse und Kompetenzen im Beruf. Als Prüfung würde ich das Fachgespräch keinesfalls sehen. Nach dem Fachgespräch wurde ich gebeten den Raum zu verlassen. Die 5 Minuten da draußen dauerten gefühlt eine Stunde. Umso froher war ich, als ich wieder hereingebeten wurde. Als ich Herrn Petsch mit dem BFI-Umschlag „Sie haben es geschafft“ in der Hand sah, fiel mir ein Stein vom Herzen.

 

Warum empfehlen Sie die neue Ingenieur-Zertifizierung anzustreben?

Mag. Thomas Petsch: Der Unterschied zur Standesbezeichnung ist , dass diese Qualifikationsbezeichnung im Europäischen bzw. Nationalen Qualifikationsrahmen (EQR bzw. NQR) festgeschrieben ist und somit auch außerhalb von Österreich mit dem Bachelorabschluss gleichgesetzt wird, der ebenfalls in der Stufe 6 des EQR gereiht ist. Somit hat der Ingenieurtitel auch international eine enorme Aufwertung erfahren und die erworbenen Qualifikationen werden außerhalb Österreichs anerkannt.