Werkmeisterschule Elektrotechnik am BFI Salzburg

Kernkompetenz von Meister/innen der Elektrotechnik ist das Engineering, die Errichtung und Betreuung sicherer und funktioneller elektrischer Anlagen. Der Sicherheitsbegriff ist vielschichtig und umspannt Schutz von Leib und Leben, Schutz elektronischer und informationstechnologischer Anlagenteile und Ausfalls- bzw. Betriebssicherheit. Elektrizität ist demnach in einer hochtechnologisierten Gesellschaft ein zentrales Gut. Ausgehend vom Auffrischen und Schärfen Ihrer mathematischen und physikalischen Fähigkeiten, werden Sie in der Werkmeisterschule am BFI Salzburg dem Abstrakten der Elektrizität Herr und bauen parallel dazu Ihre anwendungstechnischen Kompetenzen aus.

Mittlerweile ist neben dem fachlichen und methodischen Input, den Sie durch die Referent/innen bekommen, eigenständiges Arbeiten sowohl beim Lernen als auch im Berufsumfeld wesentlich und gefordert. Dem trägt die Werkmeisterschule am BFI Salzburg Rechnung, indem neben klassischem Präsenzunterricht Individualphasen in Form von Fernlehre bzw. Fernlernen zu bewerkstelligen sind. In unterschiedlichen E-Learning-Ansätzen beschäftigen Sie sich dabei selbständig und eigenverantwortlich mit Fachliteratur, Online-Quellen und Software. Durch die Fernlehre sind Sie flexibler in Ihrer Zeiteinteilung und müssen nicht so oft zum BFI Salzburg anreisen, wie in vergleichbarer, rein stationärer Beschulung. Diese Flexibilität innerhalb einer – häufig herausfordernden –  berufsbegleitenden Ausbildung wird gleichermaßen als familienfreundlich wahrgenommen und für den Ausbau von Eigenständigkeit geschätzt.

Lehrplan und inhaltlicher Schnelldurchlauf

Formal ist die Werkmeisterschule für Elektrotechnik am BFI Salzburg inhaltlich und bezüglich der Unterrichtsstunden einem Lehrplan unterworfen, der auf HTL.at zum Download bereit steht. Hier ein kurzer Schnelldurchlauf daraus abgeleiteter Inhalte, die Sie erwarten, wenn Sie Meister/in der Elektrotechnik am BFI Salzburg werden:

  • Die Sprache der Physik, in der die Elektrotechnik ein zentrales Teilgebiet darstellt, ist und bleibt die Mathematik. Sie lernen demnach eine Sprache, einen Formalismus, der Sie befähigt, elektrotechnische Zusammenhänge exakt verstehen und beschreiben zu können. Auch wenn heute moderne Taschenrechner und mathematische Software zur Verfügung stehen, ist es von vordergründiger Bedeutung, Mathematik möglichst ohne Hilfsmittel betreiben zu können. Nur dann nämlich sind Sie in der Lage, Ergebnisse zu hinterfragen und abschätzen zu können. Die Fächer Angewandte Mathematik, Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik sowie Naturwissenschaftliche Grundlagen verfolgen demnach die Zielsetzung, dass Sie Mathematik als wesentliches Werkzeug Ihrer elektrotechnischen Ausbildung wahrnehmen. Mathematik will geübt, will wiederholt sein. In den Individualphasen im Rahmen des Fernlernens stehen Ihnen dafür etliche Übungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Um elektrotechnische Grundlagen auf deren Gültigkeit zu überprüfen bzw. um eine elektrotechnische Situation adäquat beurteilen zu können, muss gemessen werden. Den theoretischen Input dafür legt die Elektrische Messtechnik, die in der heutigen Ausprägung von Apparaten und Geräten durch Digitaltechnik, Mikrocontroller und Signalprozessoren geprägt ist. Zur Anwendung bringen Sie moderne Messtechnik – neben steuerungs- und regelungstechnischen Aufgabenstellungen – im Laboratorium für Elektrotechnik. Dabei greifen Sie auf modernste Laborausstattung zurück.
  • Elektrische Anlagen sind heute neben eingangs erwähntem Sicherheitsanspruch hochgradig durch Elektronik und Automatisierungstechnik geprägt. Dies betrifft Anlagen in der Industrie als auch die Gebäudeautomation, die mit den Ausprägungsmöglichkeiten moderner Smart Homes in eine neue Dimension vorgedrungen ist. Im Wechselspiel der Gegenstände Elektrische Anlagen, Leistungselektronik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Hochspannungstechnik und CAD-gestützten Konstruktionsübungen lernen Sie, moderne Anlagen zu verstehen und zu konzipieren. Zudem sind elektrische Anlagen einem komplexen Normenwesen unterworfen. Soll beispielsweise das Engineering des äußeren und inneren Blitzschutzes eines IT-intensiven Bürogebäudes bewerkstelligt werden, ist ein Satz verbindlicher Bestimmungen im Sinne elektrotechnischer Gesetzgebung zur Anwendung zu bringen, der durch anerkannte Regeln der Technik zu ergänzen ist. Dieses Zusammenspiel von verpflichtenden Regelwerken und des Stands der Technik zu verstehen, stellt einen weiteren Meilenstein im Kompetenzbereich elektrischer Anlagen dar. Um die überbordende Vielfalt des Normenwesens im Griff zu behalten, lernen Sie gezielte Recherchemethoden einerseits im Fach Angewandte Informatik kennen und können im Rahmen der Individualphasen über gut aufbereitete E-Learning-Inhalte Recherchekompetenz entwickeln.
  • Die Entwicklung elektrischer Maschinen – insbesondere moderner Drehfeldantriebe – hat durch die aufkeimende Elektromobilität einen neuen Höhenflug erreicht. Der Aufbau hochgezüchteter elektrischer Antriebe ist demnach so komplex geworden, dass elektromaschinenbauliches Detailverständnis einem antriebstechnischen Grundverständnis weichen muss: Für welchen Anwendungszweck ist welche Maschine besonders geeignet und besonders energieeffizient? Welche elektrotechnischen Implikationen entspringen einem mechanischen Antriebszweck – Direktstart oder Softstart, Betrieb über Frequenzumrichter? Diesen und anderen Fragestellungen gehen Sie im Zusammenwirken mit Steuerungs- und Regelungstechnik und Leistungselektronik im Rahmen der elektrischen Maschinen nach.
  • Nicht zuletzt zeichnet Meister/innen der Elektrotechnik aus, dass sie über ihren fachlichen Tellerrand hinausblicken können. Maschinenbauliches Grundverständnis zählt hier ebenso dazu, wie Rechtsverständnis und wirtschaftliches Denken und Handeln unter ökologischen Gesichtspunkten. Das Fächerkonglomerat Kommunikation und Schriftverkehr, Wirtschaft und Recht, Mitarbeiterführung und Ausbildung, Betriebs- und Umwelttechnik fundamentiert das Ziel, entweder als Selbständiger oder in leitender Position in Industrie und Gewerbe, die Dinge nicht nur beim elektrotechnischen Kragen zu packen, sondern ganzheitlich an Aufgabenstellungen heranzugehen.
  • Wie alle Fachrichtungen der Werkmeisterschule am BFI Salzburg schließen Sie Ihre Ausbildung mit einem umfassenden elektrotechnischen Meisterprojekt ab. Entgegen andere Prüfungsmodelle, die auf eine harte Prüfungswoche setzen, lernen Sie durch das Umsetzen eines Projekts – gerne gesehen in Kooperation mit Ihrem Arbeitgeber – viele der bisherigen Inhalte praxistauglich miteinander in Beziehung zu setzen. Der Lernerfolg ist im Regelfall innerhalb des Projektansatzes nachhaltiger und entspricht dem, was Sie später häufig tun: Projekte realisieren.