Werkmeister Maschinenbau-Kraftfahrzeugtechnik am BFI Salzburg

Aus- und Weiterbildung sind in der heutigen Arbeitswelt eine zentrale und immer wichtig werdende Größe. Besonders ist dies im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik erkennbar, in der sich die Aufgaben, Funktionen, Fähigkeiten und Mechanismen alle paar Jahre neu erfinden bzw. die Technik sich gerade selbst überholt, ist es unumgänglich, up-to-date zu sein, oder es zu bleiben. Assistenzsysteme, die Vernetzung von Steuergeräten via CAN-Bus oder das Themenumfeld der Elektromobilität sind nur ein paar Schlagwörter, an denen zu erkennen ist, welchen Fortschritt sich der KFZ-Bereich in den letzten Jahren schon zu stellen hatte und in Zukunft weiterhin stellen muss.

Um in dieser stetig wandelnden Technologieumgebung einen nachhaltigen Vorteil am Arbeitsmarkt zu generieren, steht Ihnen der Zweig Maschinenbau-Kraftfahrzeugtechnik als Werkmeisterschule am BFI Salzburg als Spezialisierungsmöglichkeit offen. Kernbereiche sind Kraftfahrzeugmotoren, Antriebs und Fahrwerkskunde, KFZ-Elektrik und -Elektronik sowie allgemeine Fächer wie Mechanik, Naturwissenschaftliche Grundlagen aber auch Mitarbeiterführung und Ausbildung oder Wirtschaft und Recht. Durch die fundierte allgemeine Ausbildung aber auch vertiefende Spezialisierungen, erwerben Sie die Befähigungen einer Führungsposition im KFZ-Betrieb: für Werkstätte, Kundendienst oder für die Selbständigkeit, Lehrlingsausbildung inklusive. Ferner ermöglicht Ihnen Die kraftfahrzeugtechnische Ausbildung am BFI Salzburg den Einstieg in die Welt der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung in Produktionsstätten.

Neben dem fachlichen und methodischen Input, den Sie durch ein kompetentes Referent/innen-Team erhalten, fokussiert die Maschinenbau-Kraftfahrzeugtechnik-Ausbildung auf eigenständiges Arbeiten. Neben klassischem Präsenzunterricht sind Individualphasen in Form von Fernlehre bzw. Fernlernen zu bewerkstelligen. In unterschiedlichen E-Learning-Ansätzen beschäftigen Sie sich dabei selbständig und eigenverantwortlich mit Fachliteratur, Online-Quellen und Software. Durch die Fernlehre sind Sie etwas flexibler in Ihrer Zeiteinteilung und müssen nicht so oft zum BFI Salzburg anreisen, wie in vergleichbarer, Face to Face Beschulung. Diese Flexibilität innerhalb einer – häufig herausfordernden – berufsbegleitenden Ausbildung wird gleichermaßen als familienfreundlich wahrgenommen und für den Ausbau von Eigenständigkeit geschätzt.

Lehrplan und inhaltlicher Schnelldurchlauf

Formal ist die Werkmeisterschule für Maschinenbau-Kraftfahrzeugtechnik am BFI Salzburg inhaltlich und bezüglich der Unterrichtsstunden einem Lehrplan unterworfen, der auf HTL.at zum Download bereit steht. Hier ein kurzer Schnelldurchlauf daraus abgeleiteter Inhalte, die Sie erwarten, wenn Sie Meister/in der Kraftfahrzeugtechnik am BFI Salzburg werden:

  • Kaufmännisch/ Wirtschaftliche Ausbildung: In den Fächern der kaufmännischen und wirtschaftlichen Disziplinen erlernen Sie die Grundkenntnisse der Kommunikation, Rhetorik und Präsentation genauso wie die verständliche und exakte Formulierung von Schriftstücken. Sie beschäftigen sich mit den Rechtsvorschriften der Unternehmungsgründung, die steuerrechtlichen Vorschriften für Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder welche Informationen aus dem betrieblichen Rechnungswesen ausgewertet werden können und welchen Einfluss die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge auf einen Betrieb haben können. Auch die Aufgaben einer Führungskraft, die verschiedenen Führungsstile, Unternehmensziele, Managementmodelle und lösen von Konfliktsituationen oder Maßnahmen der Personalentwicklung werden genauso unterrichtet wie die Grundlagen der Elektronischen Datenverarbeitung.
  • Maschinenbau: Die Sprache der Physik, in der die Mechanik bzw. der Maschinebau ein zentrales Teilgebiet darstellen, ist und bleibt die Mathematik. Sie lernen demnach eine Sprache, einen Formalismus, der Sie befähigt, maschinenbauliche Zusammenhänge exakt verstehen und beschreiben zu können. Auch wenn heute moderne Taschenrechner und mathematische Software zur Verfügung stehen, ist es von vordergründiger Bedeutung, Mathematik möglichst ohne Hilfsmittel betreiben zu können. Nur dann nämlich sind Sie in der Lage, Ergebnisse zu hinterfragen und abschätzen zu können. Die Fächer Angewandte Mathematik, Mechanik und Naturwissenschaftliche Grundlagen verfolgen demnach die Zielsetzung, dass Sie Mathematik als wesentliches Werkzeug Ihrer maschinenbaulichen Ausbildung wahrnehmen. Mathematik will geübt, will wiederholt sein. In den Individualphasen im Rahmen des Fernlernens stehen Ihnen dafür etliche Übungsmöglichkeiten zur Verfügung.

    In Anlehnung an Physik, Mechanik und naturwissenschaftliche Grundlagen lernen Sie in Fertigungstechnik und Werkstoffkunde den grundlegenden Aufbau der Werkstoffe kennen. Sie erfahren über den Atomaufbau, Bindungen zwischen den Atomen bis zu Elementarzellen – das ist die kleinste Einheit der kristallinen Zusammensetzung der Werkstoffe – und schließlich über den Aufbau der Gefüge – ob grobkörnig oder feinkörnig, wie die typischen mechanischen und technologischen Eigenschaften der Werkstoffe entstehen und wie sie sich zum Beispiel in Bezug auf Festigkeit, Zähigkeit, Härte oder auch Schweißbarkeit, verhalten werden. Mit diesem Wissen ausgerüstet, können Sie in weiterer Folge die fertigungstechnischen Verfahren, ob Urformen, Umformen, Trennen oder Fügen genauestens zuordnen und die Vor- und Nachteile der Fertigungsverfahren für die unterschiedlichen Werkstoffe ableiten. Durch die genaue Prozesskenntnis der verschiedenen Fertigungsverfahren – sei es beim Urformen das Gießen, die Pulvermetallurgie Sintern oder für Kunststoffe das Extrudieren und Spritzgießen, beim Umformen die Verfahren Walzen, Ziehen, Drücken, Schmieden oder Tiefziehen bzw. Innenhochdruckumformen, beim Fügen die unterschiedlichen Schweißprozesse MIG, MAG, WIG usw. oder Hartlöten bzw. Weichlöten, oder beim Trennen die Klassiker Drehen, Fräsen und Schleifen, aber auch weniger gängige Verfahren wie Honen, Läppen und Laserbearbeitung sowie Scherschneiden, Feinschneiden und Erodieren – und in Verbindung mit den Lerninhalten aus Maschinenkunde, Pneumatik, Elektrotechnik und Regelungstechnik lernen Sie schließlich die Fertigungsprozesse auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimal zu konfigurieren.

    Einen genauen Einblick für Art und Anwendung von Wellen, Lagern und Zahnrädern erhalten Sie im Fach Maschinenelemente. Sie lernen welche Kräfte die verschiedenen Wälzlagerarten übernehmen können, wie und wo Sie Gleitlager einsetzen und welche Möglichkeiten zur Drehzahl- und Drehmomentübersetzung bzw. Kraftumlenkung es mittels Zahnradpaarungen und Gelenkwellen gibt. Sie erlernen die Anwendungsgebiete von lösbaren und unlösbaren Verbindung, die richtige Auslegung und Anwendung von Passungen, oder welche Sicherungselemente einzusetzen sind. Zudem erfahren Sie in Maschinenelemente die Auslegung und richtige Anwendung von unterschiedlichen Federarten wie Biegefedern Torsionsfedern oder Gasfedern.

    Das Fach Mechanik bildet schließlich die Grundlage zur Auslegung mechanisch-technischer Entwicklungen. So lernen Sie statische Kräfte- und Momentgleichgewichte zu berechnen, dynamische Vorgänge wie Geschwindigkeit und Beschleunigung aber auch Leistung, Arbeit und Wirkungsgrad zu bestimmen. In der Festigkeitslehre lernen Sie über die Zug-, Druck-, Biegung- und Torsionsspannung mit Sicherheit Bauteile auszulegen. Sie berechnen hydraulische Systeme und die Kraftübertragung durch Druck.
     
  • Kraftfahrzeugspezifische Ausbildung: Übereinstimmend mit den umfangreichen Themengebieten der KFZ Technik ist auch der Unterricht dahingehend angepasst und weitläufig gegliedert. Im Fach Kraftfahrzeugmotoren lernen Sie konstruktiven Merkmale und deren Auswirkung z. B. auf Leistung, Verbrauch und Abgasemissionen. Sie beschäftigen sich mit aktueller Technik und Entwicklungen wie z.B. Downsizing, Aufladung, alternative Antriebskonzepte und betrachten die aktuellen Entwicklungen unterschiedlicher Automobilhersteller oder erkennen Korrelationen durch mathematische Berechnungen. Ob Sie Zusammenhänge von Antriebs- und Fahrwerkstechnik oder den Aufbau und die Wirkungsweise von handelsüblichen Gemischbildungs- und Zündanlagen verstehen, ist genauso relevant wie praktische Messungen an Fahrzeugen oder an speziell entwickelten Laborständen. Eignen Sie sich vom Lesen und Verstehen von Stromlaufplänen und Schaltplänen über den Aufbau einer einfachen elektrischen Schaltung bis hin zum komplexen Daten und Informationsaustausch im Fahrzeug theoretisch aber vor allem praktisch an. Lernen Sie die Funktion oder die Fehlersuche bei Fehlfunktionen. Entwickeln Sie Fehlersuchstrategien im Bereich Fahrzeugkommunikation wie z.B. CAN Bus, MOST Bus, Flexray oder für Aktoren und Sensoren die im Bereich von Assistenzsysteme oder der Gemischbildung benötigt werden. Führen Sie Messungen und Prüfvorgänge von elektrischen und elektronischen Bauteilen wie Steuergeräte, Starter, Generator mit den dafür notwendigen Einrichtungen, speziellen Geräten und Werkzeugen durch. In enger Kooperation mit der Landesberufsschule 1 stehen Ihnen perfekte Laborumgebungen und moderne Fahrzeuge für die optimale Erreichung Ihrer Ausbildung- und Lernziele zur Verfügung. Ob Abgasnachbehandlung, Elektromobilität,48 V Bordnetz oder die Zellen eines Brennstoffsystems. Die Zukunft beginnt hier!
     
  • Wie alle Fachrichtungen der Werkmeisterschule am BFI Salzburg schließen Sie Ihre Ausbildung mit einem umfassenden Maschinenbau / Kfz Meisterprojekt ab. Entgegen andere Prüfungsmodelle, die auf eine harte Prüfungswoche setzen, lernen Sie durch das Umsetzen eines Projekts – gerne gesehen in Kooperation mit Ihrem Arbeitgeber – viele der bisherigen Inhalte praxistauglich miteinander in Beziehung zu setzen. Der Lernerfolg ist im Regelfall innerhalb des Projektansatzes nachhaltiger und entspricht dem, was Sie später häufig tun: Projekte realisieren.